Gedanken des Monats Dezember 2010 - “Ausgrenzung & Integration” …das "Problem" mit den "ausländischen" Mitbewohnern verfolgt und beschäftigt in der heutigen Zeit viele Menschen. In Kindergärten, Schulen und in der Arbeitswelt begegnen wir immer wieder Menschen mit ausländischen Wurzeln, was auch immer wieder einmal zu Konflikten führt…es wird geschimpft, die Ausländer verteufeln die Österreicher und umgekehrt…in der Politik erlebt man mit dem Aufschwung einzelner Parteien die Polarisierung extrem…es "kracht" in Asylantenheimen…Gruppenbildung ist nicht erwünscht, man kann es aber auch nicht verhindern…Deutschkurse und Anpassung werden verordnet…man hört vermehrt Stimmen, die eine Anpassung der Ausländer an unser Leben fordern…und Argumente wie "versuche mal in der Türkei eine Kirche zu bauen" schüren den Fremdenhass… …ich bin der Meinung dass wie gerade in dieser Zeit, in der wir auch vermehrt mit der destruktiven Aggression von zugewanderten, ausländisch stämmigen Menschen, Kindern und Jugendlichen zu tun haben, unser Herz öffnen dürfen und Verständnis zeigen sollen…wir sind ganz einfach diejenigen, die es vorleben können weil wir auf Grund unserer Entwicklung und auf Grund unserer persönlichen Struktur dazu in der Lage sind…wir sind diejenigen, die in der eigenen, jüngsten Geschichte eine große Chance bekommen haben, anstelle von Ausgrenzung Liebe und Akzeptanz zu leben… …es geht nicht darum die Geschichte zu wiederholen, es geht darum die eigene Persönlichkeit zu festigen, stabil und sicher, mutig und freundlich, gefestigt und tolerant, großzügig und reflektiert und nicht zuletzt achtsam den Weg des Friedens zu gehen… …und mit Frieden meine ich auch Verständnis für die Themen derjenigen Menschen zu haben, die ausländische Wurzeln haben, die entwurzelt sind, die zwischen den Kulturen aufwachsen, die aus Krisengebieten fliehen und hier in einer neuen Welt ihr Ich wieder erfinden  müssen… …Verständnis für diejenigen, die auf Grund ihrer Geschichte und ihrer inneren, teils familiären Strukturen sich erst an ein Leben in "unserer" Welt gewöhnen müssen… …Verständnis für Kinder, Männer und Frauen, die sich erst ein gefestigtes Rollenbild erarbeiten müssen, was eventuell noch Generationen an Zeit braucht… …aber ich weiß, wenn wir uns allen die Zeit geben, dann kann das Thema in wenigen Generationen erledigt sein- in dem Sinn dass es kein Thema mehr ist, sondern dass wir alle mit all unseren Verschiedenheiten friedlich miteinander leben; in gegenseitigem Respekt… …und ja, ich weiß - "wer kümmert sich um unsere Interessen ? die sollen sich erst einmal anpassen und unsere Sprache lernen ! die Ausländer bekommen schneller eine Wohnung und nehmen uns unsere Arbeit weg und so weiter…all diese Aussagen und viele mehr hören wir täglich… …seien wir ehrlich zu uns selbst - es geht uns gut, wir leben in einer abgesicherten Welt und in einem Sozialstaat…niemand muss bei uns hungern oder frieren, es ist genug für alle Menschen da…da dürfte das Teilen und die Akzeptanz des Anderen doch leicht fallen… …anstatt also die eigene Unsicherheiten und Unzufriedenheit auf andere Menschen zu übertragen, sollten wir bei uns selbst beginnen…beginnen unsere Persönlichkeit zu festigen und uns zu erwachsenen, reflektierten, verständnisvollen und vor allem im Umgang mit Mitmenschen achtsamen Persönlichkeiten zu entwickeln… …wir brauchen Menschen, die die Fähigkeit haben, sich in andere Menschen hinein zu versetzen…nur dann verstehen wir…und wenn wir verstehen dann fällt es leichter auf Urteile zu verzichten…und wenn wir aufhören zu urteilen, dann ist der Weg frei für Lösungen… …ein Beispiel für eine Lösung - eine Lehrerin kam mit einem Problem zu mir…in ihrer Klasse gab es besonders mit einem türkischen Mitschüler immer wieder große Probleme, weil er die anderen Kinder beschimpfte und belästigte…die engagierte Lehrerin nahm sich daraufhin die Zeit um mit den Kindern die Situation zu besprechen und hinterfragte behutsam das Verhalten des auffälligen Kindes…es stellte sich heraus dass der Junge davon ausging, dass ihn keiner mag, weil sein großer Bruder im Gefängnis war und deshalb seine Familie einen besonders schlechten Ruf hatte…deshalb machte er sich schon vorauseilend zum bösen Jungen, damit er nicht enttäuscht wurde; er hatte schon Ausgrenzung erlebt und kannte nichts anderes…seine Schulkollegen aber hatten zu Beginn kaum Vorbehalte gegen ihn…dank der sehr reflektierten Lehrerin erledigte sich das Thema und der Junge hatte sofort seinen Platz in der Klasse, wurde angenommen und musste nicht mehr negativ auffallen… …so kann es gehen…es gibt für jedes Thema Lösungen…Gewalt und Aggression führen aber niemals zu einer für alle Beteiligten guten Lösung… Ich wünsche uns ein offenes Herz und einen achtsamen Umgang mit uns und unseren Mitmenschen ! Schöne Weihnachtszeit und viele glückliche Stunden ! Birgit Gruber Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt von Dauer.  (Gandhi)
2008 - 2017 © Copyright - www.heilungsarbeit.at -  All Rights Reserved
Birgit Gruber, A-4652 Fischlham, Kirchenstraße 21   +43 (0) 676 56 17 150  
birgit-gruber@heilungsarbeit.at Gedanken Home Home Birgit Gruber Birgit Gruber Ausbildungen Ausbildungen Veranstaltungen Veranstaltungen Gedanken Gedanken www.heilungsarbeit.at