Gedanken des Monats Mai 2010 - “Du sollst Vater und Mutter ehren…..” …..gerade im Mai werden wir wieder mit dem Thema „Mutter“ durch den Muttertag und dann später, etwas harmloser, aber dennoch immer präsenter werdend, mit dem Thema „Vater“ durch den Vatertag, konfrontiert….. …..und deswegen denke ich, ist es an der Zeit das Eltern-Thema einmal genauer anzuschauen; wie geht es mir mit den eigenen Eltern ? lebe ich in meiner Familie Harmonie und Liebe oder sind wir eine Familie „um jeden Preis“ oder „weil es sich so gehört“ ??? freue ich mich über Familientreffen oder aber sind diese Treffen zu einem zu absolvierenden Programm geworden, das einfach dazu gehört ? habe ich jedes Jahr wieder die mir selbst auferlegte Pflicht mir einen Ausflug für den Muttertag zu überlegen oder den Besuch in einem überfüllten Gasthaus ? und wie gratuliere ich meiner Mutter zum Muttertag, ignoriere ich den Vatertag oder gratuliere ich auch da meinem Vater mit den Worten : alles Gute zum Vatertag ? wie geht es mir mit dem Thema ? …..du sollst Vater und Mutter ehren…..JA, wenn sie es verdient haben ?!??!….. …..ich erlebe in der täglichen Arbeit immer wieder den „Kampf“ der erwachsenen Kinder mit ihren Eltern; manchmal in offenen Konflikten, viel öfter aber in unterschwellig, nicht angesprochenen Konflikten, die den Alltag durch Kleinigkeiten negativ beeinflussen….. die Frage, die immer wieder auftaucht, lautet : darf bzw. soll ich den Kontakt zu meinen Eltern (oder einem Elternteil) verringern oder sogar abbrechen?….. …..in Fällen von Gewalt jeglicher Art wird die Frage wahrscheinlich jeder Mensch schnell bejahen; aber was ist wenn eine Mutter die Familie, den Sohn von einem Tag auf den anderen verlassen hat, das Kind beim Vater weiterlebte und die Mutter sich kaum um Kontakt bemüht, sondern stattdessen ein neues Leben gelebt hat ? das Kind wurde allein gelassen, mit seinen Schuldgefühlen und Ängsten und hat öfter versucht ein positives Verhältnis zur Mutter aufzubauen, was letztendlich scheiterte, weil keine Bereitschaft zu einer ehrlichen Auseinandersetzung von Seiten der Mutter da war – was dann – ist der Kontaktabbruch gerechtfertigt ???..... …..aus meiner Sicht lautet die Antwort „JA“, wenn sich das erwachsene Kind mit dem Thema und den aus einem Kontaktabbruch resultierenden Konsequenzen auseinander setzt und zu dem Schluss kommt, dass eine irdische Versöhnung nicht möglich ist…..oder aber mit einem zu großen Aufwand verbunden ist, der derzeit nicht tragbar ist oder zu keinem besseren Gefühl und glücklichen Miteinander führen würde…..und letztendlich wenn es dem „Kind“ mit dem Kontaktabbruch gut geht, es nichts vermisst und es seinen eigenen Weg in Liebe geht….. …..ich denke den Kontakt mit einem Familienmitglied abzubrechen darf einfach sein, so wie ich mir meine Freunde aussuche und ich habe keine Pflicht meiner Herkunftsfamilie gegenüber nur auf Grund der Tatsache, dass sie meine Ahnen sind…..ich bin so oder so ein Teil von ihnen und sie sind zum Teil immer bei mir….. …..Eltern haben aus meiner Wahrnehmung auch manchmal einen Anspruch auf Kinder, der nicht gerechtfertigt ist; z.B. erwarten ältere Menschen oft dass ihre Kinder sich bei ihnen melden, so als wäre das ihre Aufgabe…..und sie vergessen dabei, dass sie es waren, die sich dafür entschieden haben, Kinder zu bekommen und damit war es ihre Pflicht für die Kinder zu sorgen und sie in guter Fürsorge groß werden zu lassen…..und daraus entsteht nicht zwangsläufig der Anspruch auf Entgeltung; auch wenn das seit geraumer Zeit in Familien gelebt wird….. …..die „Jungen“ kümmern sich nach bestem Wissen und Gewissen um die „Alten“ – und umgekehrt - nur dann, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht und einen gerechten Ausgleich findet ist die Balance hergestellt…..ich denke dann können Jung und Alt in Wohlwollen miteinander leben können…… …..die entscheidende Frage für uns als Kinder lautet für mich daher: fühle ich mich wohl in Gegenwart meiner Eltern ? Ja ! - dann freue ich mich und genieße die Zeit mit lieben Menschen….. …..oder sind die Besuche oder Telefonate eine notwenige Pflicht ? dann überlege ich was ich dazu tun kann, damit ich mich wohl fühle und handle danach…..notfalls mit professioneller Unterstützung ist es dann an der Zeit auf das Eltern-Thema hin zu schauen….. …..und last but not least – wie geht’s mir als Eltern ? wo erwarte ich von meinen Kindern etwas, das ich selbst nicht gebe, wo übertrage ich meine Hoffnungen und Wünsche auf meine Kinder und belaste sie damit ? und – was kann ich dazu beitragen, dass wir uns freuen wenn wir an einem Tisch sitzen ? …..ich wünsche uns allen, Eltern und Kindern ein Miteinander, das geprägt ist vom Wissen dass jeder für die Erfüllung seiner Bedürfnisse selbst verantwortlich ist dass das Leben aus Geben und Nehmen besteht dass eine ehrliche und offene Kommunikation und aktives Zuhören die Basis für ein wohlwollendes Zusammensein sind und dass es nie zu spät ist, den ersten Schritt in Richtung Versöhnung zu machen, wenn ich soweit bin….. (das ist meiner Meinung nach immer möglich, unabhängig davon ob meine Eltern/Kinder noch leben) Alles Liebe & einen schönen Mutter und Vatertag ! Birgit Gruber
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