Gedanken des Monats November 2009 - “Todesstrafe für Kinderschänder” …..in letzter Zeit begegnet mir dieser „Slogan“ immer öfter im Straßenverkehr, auf Autoscheiben, in großen, dicken Buchstaben geschrieben und manchmal auch auffällig farbig….. …..und ich sage NEIN zu dieser, für mich absurden Idee, die Todesstrafe für Menschen einzuführen….. ich bin auf keinen Fall für die Todesstrafe und natürlich auch nicht für so genannte Kinderschänder“….. nach meiner Wahrnehmung geht es bei dem zweifellos „heißen“ Thema „Kinderschänder“ wie bei allem um das Polarisieren und Bewerten; und das ist meiner Meinung nach das größte Übel der Menschheit….. …..wenngleich wir in dieser dualen Welt leben, ist es dennoch möglich, Bewertungen einzuschränken und die Mitte zwischen schwarz und weiß, hell und dunkel, gut und böse etc. einzunehmen….. …..in Bezug auf die Frage der „Kinderschänder“ geht es ganz besonders um die Opfer und Täterdynamik und ich erkläre meine Haltung gerne mit folgendem Beispiel : stellen sie sich eine Welt vor, in der es keine Opfer gäbe – da würde der potentielle „Mörder“ mit seinem Messer verzweifelt durch die Gegend laufen und keinen finden, den er erstechen kann; und aus der Sicht des Opfers genauso; das Opfer bräuchte für die eigene Weiterentwicklung den Täter und würde verzweifelt suchen, weil es keinen mehr gäbe, der es bei seinem Lernprozess unterstützt….. …..ich habe in meiner Arbeit z.B. immer wieder mit Frauen zu tun, die sich teilweise jahrelangen Martyrien aussetzen, die sich von ihren Partnern Gewalt antun lassen, und die den „Absprung“ nicht schaffen…..das ist ein Lernprozess, den wir zu akzeptieren haben und der eine Ausbalancierung in irgendeiner Form zwischen Opfer und Täter braucht…..und ich habe erlebt, wie Frauen, die aus Missbrauchssituationen kommen, erwachsene, glückliche, starke und lebensfrohe Menschen wurden…..auch in Bezug auf Themen wie sexueller Missbrauch in der Kindheit etc…… ……es braucht auf dieser Welt noch die Gegensätze, die sich finden…..und wir Menschen brauchen die Dualität (noch) für unsere Entwicklung….. …..ein Mensch, dem Misshandlung widerfährt, trägt meiner Meinung nach eine Affinität in sich, die eine Misshandlung begünstigt und er braucht auch eventuell den daraus resultierenden Lernprozess, auch aus karmischer Sicht…. …..das bedeutet für mich aber auch, dass jeder Mensch in seiner Entwicklung lernfähig ist und dass es nicht zwangsläufig zu einer Misshandlung kommen muss, nur weil man eine diesbezügliche Affinität in sich trägt….. …..das gleiche gilt für die Täter…..und deswegen lautet mein Slogan „Hilfe für Kinderschänder und deren Opfer“…..Täter brauchen professionelle Unterstützung um ihre „Themen“ aufzuarbeiten, die sie zu Tätern gemacht haben…..sie einfach zu töten verliert jede Wirkung, weil dadurch der Lernprozess behindert wird…..und auch wir „Nicht-Täter“ brauchen Menschen wie „Kinderschänder“, um uns weiterzuentwickeln, um zum Beispiel unsere Ängste aufzuarbeiten, eigene Misshandlungen innerhalb der Familie oder bei den eigenen Kindern zu reflektieren, sich den eigenen, dunklen Seiten zu stellen etc…… …..und unmissverständlich möchte ich an dieser Stelle feststellen, dass ich in keiner Weise den Missbrauch von Menschen befürworte oder ihn rechtfertigen möchte……mir geht es darum beide Seiten zu betrachten und nicht um die Zuweisung von Schuld…..den Schuldzuweisungen helfen niemandem, weder den Opfern noch den Tätern…..und sie bewirken in den meisten Fällen keine positive Veränderung, da mit dem Zuweisen von Schuld auch immer die Macht abgegeben wird; die Macht, die Mensch hätte um etwas zu verändern….. …..ich habe mich viel mit Themen wie „Missbrauch, Inzest, Mord“ und misshandelten Menschen, aber auch Tätern beschäftigt und ich weiß, dass in all diesen Themen und Menschen eine große Chance steckt, sich selbst als Mensch zu entwickeln und zu einer höheren, liebevollen, wertfreien Haltung zu kommen….. ……das ist mein Ziel – eine Welt ohne Bewertung; Menschen, die sich in der Mitte gefunden haben und in Liebe und Frieden miteinander leben….. …..und deswegen - „ich unterstütze im Rahmen meiner Möglichkeiten und mit Respekt jeden Menschen, ganz gleich wer oder was er ist, was er getan hat oder tut“ Birgit Gruber
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